Nachdem ich schon viel Arbeit reingesteckt und jegliche Informationen darüber regelrecht veschlungen habe, stelle ich nun einfach ein Paar Informationen hier online. Für Architekturbegeisterte oder auch einfach nur für Verrückte. Und wenn sich mal jemand fragt, wie man ausschaut, wenn man verrückt wird, dann hab ich da ein treffendes Bild, das im Innenhof des Rathauses entstanden ist…

Das Rathaus Zeitz. Der gotische Teil:
Das Rathaus von Zeitz befindet sich direkt am Altmarkt. Unter maßgeblicher Beteiligung des Altenburger Baumeisters Sebald Waldstein wurde sein älterer östlicher Teil von 1505 bis 1509 im spätgotischen Stil errichtet. Er besitzt zwei kunstvoll gestaltete Ziergiebel mit Maßwerk und Fialen aus Terrakotta, deren Vorbild offenbar der Giebel des Breslauer Rathauses war. Das östliche Giebelfeld ist leider durch das benachbarte Wohnhaus verbaut worden.
Über dem hohen Satteldach erhebt sich ein schlanker Dachreiter mit einem Turmknauf. Die dem Altmarkt zugewandte Dachfront ist mit fünf rechteckigen Zwerchgiebeln versehen, die ebenfalls mit Maßwerk aus Terrakotta geschmückt sind. An den beiden Seiten eines Vorbaus führen Freitreppen zu einem Podest empor, das von einem auf zwei Säulen ruhenden Baldachin überdacht wird. Ihn hat man, wie den figürlichen Schmuck an den Säulen, Konsolen und Flächen, in Zusammenhang mit dem Bau des neueren Rathausteils ebenfalls neu gestaltet. Erhalten geblieben sind dagegen das alte Portal im Vorbau und das darüber liegende, zu dem die Treppen hinaufgeleiten. Beide Portale weisen rechts und links Sitznischen und in ihrem Sitzbogen sich überscneidendes Stabwerkgewände auf. Über dem Vorbau-Portal ist im Relief der heilige Michael dargestellt, der Schutzpatron der Kirche St. Michael und der Stadt. Er erscheint auch im Stadtwappen – als gepanzerter Ritter, auf dem Drachen stehen und in der rechten Hand das Schwert schewingend. Interessanterweise ähnelt das Stadtwappen einem Gemälde der evangelischen Kirche St. Michael in Fürth – meiner Heimatstadt.
Hinter dem Vorbau-Portal geht es über eine Treppe zum Ratskeller hinunter. Er wird von einer langen, durch Sitzbogen untergliederten Halle gebildet, deren vier Kreuzgewölbe von Rippen und Gurtbögen aus Sandstein gestützt werden.
Das obere Portal führt in eine durch Säulen und spitze Bögen unterteilte gotische Diele. Von hier aus gelangt man zu einem Treppenhaus und zu zahlreichen Amtsräumen von denen zwei mit barocken Stuckdecken ausgestattet sind. Die eine, 1675 geschaffene Decke symbolisiert in allegorischen Darstellungen die Kontinente Europa, Asien, Afrika und Amerika, durch Frauengestalten und Tiere verkörpert. Diese Darstellungstypen werden auch im Frankenland häufigst verwendet.
Die andere Stuckdecke, 1679 entstanden, versinnbildlicht die Justitia (Gerechtigkeit) und Prudentia (Klugheit), die von üppigen Blumenformen imgeben sind. Über die von der DIele ausgehende Treppe begibt man sich ins höher gelegene Stockwerk. An die Decke des Aufgangs ist wieder das Stadtwappen, der heilige Miachael, gemalt.
Bald folgender Eintrag wird über den neuen Rathausteil und den Innenhof gehen.